Epilog

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wirft bei einem Redaktionsbesuch bei den Badischen Neuesten Nachrichten in Baden-Baden am 20. Juli 2017 der baden-württembergischen Landesregierung vor, bei der Bewältigung der PFC-Problematik in Mittelbaden bislang nicht die Zusammenarbeit mit dem Bund gesucht zu haben. Das Land sei in diesem Punkt „seltsam untätig“ geblieben und weiter: „Erstaunlicher Weise hat mich das Ministerium noch kein einziges Mal kontaktiert“, wunderte sich Hendricks[1].

Auf einer anderen politischen Ebene beteuert der im Landkreis für die PFC-Situation verantwortliche Landrat in der Öffentlichkeit immer wieder die Offenheit seiner Behörde zur Zusammenarbeit. Diese „Offenheit“ sieht bei einem Gesprächsangebot zum Thema PFC am 28. Juli 2017 nach einer Kreiswahlausschusssitzung im Landratsamt Rastatt in wörtlicher Rede dann so aus: „Über PFC spreche ich lieber mit meinen eigenen Leuten“. Diese „Offenheit“ funktioniert ebenso auf Bundes- und Landesebene. Dies führte dazu, dass sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bei ihrem Besuch in Baden-Baden über die Zurückhaltung der zuständigen Landesministerien in Baden-Württemberg ausdrücklich „wunderte“. Landesumweltminister Franz Untersteller weist den Vorwurf der Untätigkeit mit der Begründung zurück: „Das Land hatte zu einzelnen Bundesbehörden wie dem Umweltbundesamt (UBA) oder dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) Kontakt.  Auch war das Thema PFC mehrmals auf der Tagesordnung der Umweltministerkonferenz“.[2] Dieser an sich zutreffenden Aussage ist entgegenzuhalten, dass ein direkter und zielführender Kontakt zum Bundesumweltministerium mit den mehrfachen Aussagen der Bundesumweltministerin offensichtlich nicht bestand, was mit ihren deutlichen Vorwürfen nicht deutlicher zum Ausdruck kommen kann. Auch die zuständige Kreisbehörde versuchte, seit dem Bekanntwerden des PFC-Umweltskandals, sich immer wieder von aufkommender und der artikulierten Kritik frei zu halten. Ob und wo zu Recht oder Unrecht, sollen die Fakten und Thesen in diesem Buch darstellen. Die daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen sind den Leserinnen und Lesern und einem breiten Kreis von Interessierten überlassen.


  1. Badische Neueste Nachrichten, 21.07.17, Kontakt vom Land zum Bund bleibt vorerst aus; Acher- und Bühler Bote, 22.08.17, Ausgabe Bühl u. Baden-Baden
  2. Badische Neueste Nachrichten, 01.08.2017, Ausgabe Baden-Baden, Untersteller weist Vorwürfe der Untätigkeit zurück.

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